Ihre Geschichten der Prignitz

1. Ostfluchtgeschichte: Ich wollte gar nicht in den Westen und war plötzlich da

2. Als ich zum Wunderheiler nach Predöhl fuhr

3. Die Villa Maria, des Wunderdoktor Paul Buss in Preddöhl errichten ließ, war einst ein prachtvoller Bau mit einem Jugendstil Gartenkunstwerk

4. Ich war 7 als der Russe kam

5. Ich flog aus dem Flüchtlingszug und stand in der Prignitz

6. Die Rettung der Kirchenglocke von Kehrberg

Oma Hansen.

Als ich seinerzeit in der Prignitz ankam war ich nicht unbedingt begeistert von dem Hof. Er war viel zu gross, aber um der Liebe Willen liess ich jemand anderes entscheiden. Was man nicht alles für die Liebe tut.

 

Schon nicht all zu lange später War die Liebe aus und ich hatte das Haus. Da stand ich nun vor dem Scheunentor und schaute in den Garten. Es war kein Garten es war eine Unendlichkeit an Fläche und Wildniss. 1,5Hektar Land. Gott sei Dank war ein Teil davon an die hiesige Agrargenossenschaft verpachtet. Aber Trotzdem war der Rest meines Landes immer noch "viel,viel" zu gross. Schafe.... sagte meine Mutter. Mit einem Seufzer drehte ich mich um und wollte gerade zurückgehen, als ich ein Gartenhacken hört. Ich ging zum Grundstückszaun und schaute in den Nachbargarten. Da stand Oma Hansen in Ihren Gurken und hackte Unkraut. Jetzt hatte Sie mitbekommen das da ein Neuer war. Wir grüssten uns freundlich und eine wunderbare Freundschaft zu einer hochintelligenten und sehr feinen Frau begründet. Es war eine "echte" Prignitzer Bäuerin. Die die ordentlich den Garten pflegt, Samstags immer zum Friedhof geht und an den Sonntagen zur Predigt. Eine Frau, die pünktlich den Bäckerwagen erwartet und immer als erste die Tomaten vorgezgen hatte. Ich obwohl ich Landschaftsgärtner war, habe das in meinem ganzen Leben bis heute nie hinbekommen.

 

In der Folgezeit stellte sich herraus das diese alte Dame, der Beste Gartenratgeber für die oft sehr trockene und heisse Sommer Prignitz ist. Ich kaufte mir seinerzeit das "beste" Biogartenbuch. Hierraus stellte ich mir eine Liste aller Schneckenresistentenr Pflanzen herraus und kaufte für wahnsinnige 600 Euro. Geld was heute wenn ich in der Prignitz mittlerweile den kalten Wind der Armut am eigenen Leib erfahren habe als wahnsinnig viel erscheint. Eine Nacht nach meiner Pflanzung konnte ich es gar nicht fassen. Alle Pflanzen waren weg.

 

Oma Hansen sammelt Schnecken mit einem Stock wo unten ein kleines Messerchen dran befestigt war und stocherte alle ab um die Spiesse in einem kleinen Eimerchen den Sie mit sich trug hinterher. Sie nimmt im Hof auch ab und an auch Schneckenkorn. Aber wenig das istzu teuer. Was ich muttig auch nahm. Wobei ich war echt sauer daher streute ich Schneckenkorn wie Streusalz. Am nächsten Morgen stand der Hof voll mit Schneckenfleisch.

 

Und nun hatte ich wieder Mut geschaffft um im Garten los zu legen. Wenn die alte Dame von 87 das schafft den Garten umzugraben, dann schafffst du als gelernter Landschaftsgärtner erst recht..Irgendwann hatte Sie mitbekommen, das ich im Spätsommer Geburtstag hatte. Sie kam daraufhin drei mal im Jahr um mir zu gratulieren. Da war Sie doch schon etwas tüdelig. Aber Sie brachte immer ein Blumensträuschen aus Ihrem Garten und nem Schnäpschen. Etwas was ich gar nicht so gerne trinke. Ihre Tochter half mir meinen Wunsch nicht mehr zu rauchen eher aufgab als es mir lieb war. Aber der nette Schnack mit Ute war halt immer mit ner Freundschaftszigarette verbunden.

 

Einmal war ich auch ganz verzweifelt und schaute in die trockene Steppe meines Gartens, in einer Zeit, wo es mal wieder nicht regnen wollte. Alles verdurstete und man konnte machen was man wollte. Das war so ein Moment wo ich als Gärtner aufgeben wollte. Dann ging ich immer zu Oma Hansen und fragte Sie ob Sie Ihren Gemüsegarten giessen würde. "Nö" war die Antwort. "Wenn das eine wächst dann gibts halt in dem einen Jahr mehr Gurken in dem anderen mehr Salat.

 

 

 

 

 

Ihre Prignitz-Vergangenheit ist spannend für Uns!

Ostfluchtgeschichte: Ich wollte gar nicht in den Westen und war plötzlich da!

Die Geschichte passierte in der Mitte der achtziger Jahre an der B5 in der Nähe von Quitzow. Ein Handwerker der schon einmal gerne über den Durst trank hatte ein paar schöne Stunden auf einem Feuerwehrfest. "Glücklich beseelt viel ich aus der Kneipe. Frische Luft schnappen.Uff tat das gut. Ein paar Schritte laufen. Eigentlich könnte ich ja schon nach Hause gehen. Noch ein Körnchen noch ein Bierchen und dann ging es los. Ganz geradeaus ging es schon nicht mehr eher in dieser Schlängelvariante die doch meist zum Ziele führt. In mein warmes kuscheliges Bett. Aber heute sollte etwas ganz anderes passieren. Es war ein schöner Frühsommerabend in meiner Prignitz. Ich lief los und schwankte bis zur B5. Dort wo auch die Bushaltestelle ist. Jetzt brauchte ich aber eine Pause. Und eigentlich wollte ich nur noch schlafen. Hm das letzte Körnchen war wohl doch zu viel gewesen. Uff da stand ich nun und döste an dieser besagten Bushaltestelle beselt vor mich hin.

 

Plötzlich hielt ein Auto. "Los einsteigen wir nehmen dich mit. Gott sei Dank nicht mehr stehen sitzen das tat gut. Und vielleicht sogar doch eher liegen und ich rutschte zwischen die Sitze und schlief fest ein. Einige Stunden später wurde ich grob geweckt.

"Wir sind da. Zahlen."

"Wie bitte zahlen wofür."

"Na Sie sind im Westen."

"Wie bitte wo bin ich."

"Charlottenburg, wir haben es geschafft."

Oh Gott jetzt war ich hell wach. "Ich will nicht in den Westen."

"Sie wollten fliehen und jetzt wollen wir das Geld."

"Oh nein ich habe erstens kein Geld und zum zweiten will ich nach Hause zu meiner Frau und meinen Kindern."

 

Sie haben mich verwechselt. Ich war der Falsche Flüchtling. So schnell ich konnte gings zurück zur Grenze. Ich bin ausversehen geflohen erklärte ich den Grenzern der DDR. Ausversehen geflohen, na dann kommen sie mal mit. Meine Familie sah ich erst zwei Jahre später. Der Knast war echt nicht prickelnt und ein Feuerwehrfest kann auch Gefahren bergen, das habe ich gelernt." Fröhliche Weihnachten Neue Prignitz. Danke das ich diese Geschichte erzählen konnte.

 

Als ich zum Wunderheiler nach Predöhl fuhr

Die heute fast 90 jährige Frau S aus Tangendorf erzählte mir noch Ihre Geschichte vom Wunderheiler in Predöhl. Sie war damals um die 16Jahre. Ich wohnte mit meinem Vater in einer kleinen Hofwirtschaft. Es war 1936 noch vor dem Krieg. Wir hatten nur ein paar Kühe und Hüner und drei Pferde. Als ich eines Tages im Sommer von der Feldarbeit nach Hause kam, rief mich mein Vater sehr aufgeregt in den Pferdestall. Als ich dort ankam lag ein Pferd am Boden und konnte nicht mehr aufstehen. Und auch die andern Pferde schienen krank zu sein. Oh wie aufgeregt war ich damals. Die Pfrede waren doch das wertvollste was wir hatten. Oh mein Gott was sollten wir tun. Mein Vater rief die Tierärztin. Diese untersuchte die Pferde und meinte nur, das die Pferde verloren seien, sie seien schwer krank und würden die kommenden Tage nicht mehr überleben. Das war ein harter Schlag für meinen Vater.  Ich erinnere mich noch ganz genau wie schlecht es uns in der Nacht ging. Am nächsten Morgen liefen wir sofort zum Stall und schauten nach den Pferden. Und die Ärztin hatte recht. Das zweite Pferd lag auch schon krank am Boden. Wir standen beide dort und wussten nicht was wir machen sollten. Die Pferde assen nichts mehr und tranken auch nichts mehr.

 

Da meinte mein Vater nur zu mir. Edelgard mach schnell nimm dein Fahrrad und fahre zu dem Wunderdoktor nach Preddöhl. Denn Telefon gab es noch nicht. Das kam bei mir eh erst nach der Wende 60Jahre später. Vielleicht kann er uns helfen. Es war von Tangendorf nach Preddöhl ein weiter Weg. Als ich schliesslich an der schönen pik feine Villa ankam waren da sehr viele Leute. Am Eingang waren so zwei kleine Türmchen eine feine Rasenfläche und ein grosses Wasserbecken vor der Villa. rechts und links führte ging ein gepflegter Weg zum Haus. Auf weissen Parkbänken sassen elegant gekleidete Herrschaften. Sie schauten mich etwas befremdet an. Da ich direkt ohne mich umzuziehen auf den Weg gemacht hatte. Ich hatte auch grossen Hunger und Durst. Ich war ja noch nie vorher in Predöhl gewesen. Und selbst mein Vater hatte nie die Zeit gehabt nach Predöhl zu fahren. Damals gab es keine Freizeit. Das Vieh musste immer gefüttert werden. Ich musste auch oft die Schule vor lauter Arbeit ausfallen lassen. Im Winter war es immer sehr verschneit und man hatte auch nur Arbeit.

Ich rannte an den Leuten vorbei und stürzte in die Villa. Eine Frau empfing mich freundlich und sah wie aufgeregt ich war. Der berühmte Doktor konnte mich nicht sofort dran nehmen, weil jemand anderes vor mir war. Ich bekam einen Tee und weil die Dame des Hauses anscheind sah das ich Hunger hatte wurde mir sogar eine Scheibe Brot gebracht. Kaum war der Tee leer so durfte ich schon in das Sprechzimmer wo der Doktor sass. Ich war so aufgeregt, dass ich sofort los reden wollte. Doch er meinte nur. "Ich weiss schon Kind." "Aber..." Er unterbrach mich wieder und sagte nur mit ganz ruhiger entspannter Stimme. "Ich weiss deinen Pferde geht es schlecht, aber mach dir keine Sorgen fahr ruhig wieder nach Hause. Es ist alles wieder in Ordnung. Du brauchst dir keine Sorge zu machen. Ich frage mich noch Heute woher er dies wusste. Und ich konnte es auch nicht glauben. Ich wollte ihm dann noch etwas Geld für die Sitzung da lassen. Aber er lehnte nur ab und sagte es ist gut schon.

 

Verwirrt fuhr ich wieder den langen Weg nach Tangendorf zurück. Als ich nach Hause kam stand mein Vater glücklich vor dem Haus und erwartete mich schon. Er sagte nur. Als du weg fuhrst kurz darauf fing das einen kranke Pferd wieder an zu trinken. Und dann auch das Andere. Ich denke den wird es Morgen wieder gut gehen. Woher der Wunderheiler von Predöhl das alles wusste und wieso das so war weiss ich bis heute nicht aber so habe ich es erlebt.

 

Frau S aus Tangendorf erzählte die Geschichte zwei Wochen vor Ihrem Schlaganfall. Heute kann Sie die Geschichte nicht mehr erzählen. Wir die Neue-Prignitzer onlinezeitung sind froh, das wir dieses Intervieuw mit Ihr noch führen konnten. Daher Ihr alten Prignitzer erzählt uns Eure Geschichten es wäre zu schade sie alle für immer zu verlieren.



Die Villa Maria, des Wunderdoktor Paul Buss in Preddöhl errichten ließ, war einst ein prachtvoller Bau mit einem Jugendstil Gartenkunstwerk

"Die Villa Maria des Wunderdoktors von  Preddöhl kennen heute nur noch Einheimische. Es war ein Prachtvoller Bau mit sehr schöner Jugendstil Gartenanlage. Das hier einst viele von weit her kamen um bei dem Wunderheiler Rat zu suchen weiss heute kaum noch jemand. Und auch die Villa selbst ist heute in einem miserablen Zustand. 

PREDDÖHL Amt Meyenburg war einst berühmt.
Das Gebäude stand jahrelang leer 2006 an einen Potsdamer verkauft, erinnert er sich. „Der hat etwa ein Jahr lang etwas gemacht, dann  passierte nichts mehr.“ Unter Denkmalschutz steht das Gebäude leider nicht, so die Sachbereichsleiterin Denkmalschutz, Ortrud Effenberger.

Immerhin prägte die Villa Maria die jüngere Geschichte des Ortes mit – und auch die des Preddöhler Dorfkruges, der heute Steffen Sadowski gehört. Paul Cornelius Buss ließ die Villa Maria 1931 errichten – für damalige Verhältnisse war sie wohl ein Palast. Die Villa benannte Paul Buss nach seiner ersten Frau, die früh verstorben war. Einst machte das Anwesen einen hochherrschaftlichen Eindruck: Zur Straße hin lag ein Goldfischteich, auf terrassenförmigen Beeten waren Rosen gepflanzt – die Ansicht von der Straße aus erinnerte so ganz entfernt an das Schloss Sanssouci in Potsdam.


Vor allem den älteren Preddöhlern wird der Name Buss noch ein Begriff sein: Er war als „Wunderdoktor“ bis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt (siehe Kasten). Die Patienten kamen in den 1930er Jahren in Scharen nach Preddöhl, um sich von Paul Buss behandeln zu lassen. Davon profitierten auch die beiden Gastwirtschaften im Dorf, bei denen die Besucher einkehrten. Es gab sogar organisierte Busreisen in den Ort: Noch heute hängt im Preddöhler Dorfkrug ein Foto, auf dem zwei Busse vor dem einstigen Gasthof Arnold Bredenhagen parkten.


Dass Paul Buss ein „Wunderheiler“ war, dürfte wohl leicht übertrieben sein. Gertrud Janenz, die mit 80 Jahren heute noch in Preddöhl lebt, war als junges Mädchen im Hause Buss beschäftigt. Ihrer Ansicht nach war der Doktor ein guter Menschenkenner und hatte ein gutes Herz. Andere Zeitzeuginnen meinen, er war ein guter Psychologe und ein gütiger Mensch – ebenso wie seine spätere Frau Erika, die an einer Lungenkrankheit litt. Wer bei ihm arbeitete, nahm am Familienleben teil und wurde mit Geschenken bedacht.

Paul Buss fiel im Oktober 1951 einer Lungenentzündung zum Opfer. Er wurde in Preddöhl begraben. Die Inschrift auf seinem Grabstein, die heute ziemlich verwittert ist, gab das Lebensmotto des Freidenkers wieder: „Wohl jedes Menschen Freund, doch keines Menschen Knecht.“ Nach dem Tode ihres Mannes musste Erika Buss die Landwirtschaft verkaufen und lebte bis zu ihrem eigenen Tode mit einer Krankenschwester in der Villa.

Die Villa Maria ging in den Besitz der Gemeinde über, diente als Schule und als Kindergarten. Später war sie Bürgerbüro und Badeanstalt – das große Bassin prägte noch lange die Ansicht. Viele Jahre stand die Villa leer und verfiel. Eine Erbengemeinschaft stritt sich lange um das Anwesen. Nach dem Verkauf 2006 hatte Ortsbürgermeister Steffen Sadowski gehofft, dass das Ortsbild prägende Gebäude endlich wieder bessere Tage sehen würde. Doch nach anfänglichen Aktivitäten – unter anderem wurde das einstige Goldfischbecken zugeschüttet – scheint das einst prachtvolle Haus nun doch wieder dem Verfall preisgegeben zu sein.

Quelle: Märkische Allgemeine, Prignitz Kurier, 21.02.2009"

Die Erinnerung der Prignitz stirbt "jetzt" als alte Dame oft einsam in den Dörfern der Prignitz heute. Daher erzählt uns noch schnell eure Geschichte. Vielen Dank!!!

Die Bilder die Sie oben sehen stammen aus Neuhausen bei Berge. Das erste Bild zeigt den Gutsbesitzer mit seinen Arbeitern beim Erntefest in der Schlosskapelle. Das nächste zeigt die Kinder beim Erntefest. Ein gefallener alter Freund. Luftschutzübung in Neuhausen 1945. Meine beste Freundin. Gefallener Bruder. Vater auf unserem Hof.....

Ich flog aus dem Flüchtlingszug und stand in der Prignitz

Eine alte "Prignitzerin" berichtet

Frau P geboren bei Breslau 1929

 

Sie verbrachte Ihre Kindheit friedlich in einem Grossen Gehöft südlich von Breslau dem heutigen Polen. Sie hatten Hausangestellte und sogar ein eigenes Pferd.

 

Ihre Mutter verstarb sehr früh noch vor dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Tante kümmerte sich daraufhin um die Erziehung der vier Kinder, die Sie Zuhause waren. Ihr Vater musste im Krieg kämpfen und starb auf dem Schlachtfeld. Im Frühjahr 1945 als die Russen ihr Dorf einnahmen hatte Sie in einem Dorf ausserhalb von Breslau lebend nur zwei Stunden Zeit um Ihre Sachen zu packen. Bevor Sie sich auf die Flucht nach Westen machten. Zu diesem Zeitpunkt war Ihre Tante nicht im Haus, da Sie Angehörige weiter weg besuchte. Auch die Angestellten flüchteten in einem kopflosen Durcheinander, so dass Sie sich mit Ihren 16 Jahren zu Fuß auf den langen Marsch machte. Mit einem kleinen Leiterwagen und Ihren drei jüngeren Geschwistern zogen Sie die Landstrassen in einer endlosen Kolonne durch tiefen Schnee. Am Straßenrand lagen gefallene Soldaten. Ab und an wurden Sie aus der Luft angegriffen. Nachts übernachteten Sie in verlassenen zerstörten Gehöften.

 

Schließlich wurden Sie von den russischen Armen in Viehwaggons gepfercht und weiter transportiert, ohne zu wissen wo es hin ging. Nach einer langen Reise wurden die Türen des Waggons aufgerissen und Gruppen von Leuten wurden einfach auf den Bahnsteig raus geschmissen. Irgendwo auf freiem Feld. Sie wurden in der Nähe von Berge Geschwistern aus dem Zug geworfen. Die Flüchtlinge versuchten nun irgendwo unterzukommen. Der Empfang in der Prignitz war alles andere als freundlich. Niemand wollte die Massen der Flüchtlinge aufnehmen. Niemand hatte genug zu Essen geschweige denn für Flüchtlinge. Es dauerte eine ganze Weile bis Sie ein kleines Zimmer auf einem Dachboden bei einem Bauern beziehen durfte. Von Anfang an musste Sie dann hart auf einem Gehöft mitarbeite.

 

Die 50er Jahre

 

Im Verlaufe der kommenden Jahre schaffte Sie es eine gute Ausbildung zu erfahren. Sie arbeitete als Angestellte in einer LPG. Ihren Mann lernten Sie hier in der Prignitz kennen. Er betrieb einen Getreidehandel mit seiner Familie. Da es zu jener Zeit wenige Industriemaschinen gab hatten Sie in der Anfangszeit ein gutes Auskommen. Nach der Verstaatlichung Ihres Betriebes, konnte Sie mit Ihrem Mann im Betrieb verbleiben.

 

60er – 80er Jahre

 

Für Sie verliefen diese Jahre friedlich man hatte sein Auskommen und keine größeren Sorgen, da alles staatlich reguliert wurde. Ihre Familie vergrößerte sich und Sie ist heute stolz auf Ihre Enkelkinder, die in den alten Bundesländern leider nur in einfacher Montageanstellung hart arbeiten müssen. Die DDR Abschlüsse wurden leider nicht anerkannt, so dass Sie sich als Handwerker durchschlagen. Die ersten Jahre pendelten Sie noch zwischen der Prignitz und Nordrhein-Westphalen. Seit einigen Jahren kommen Sie nur noch sehr selten. Ihr Mann ist schon lange verstorben.

 

Pflege heute

 

-          Man merkt bis heute das die Dame ursprünglich aus einem vornehmen Haushalt stammt. Sie achtet sehr auf eine gründliche akkurate Pflege. Nur Pflegeschwestern dürfen Sie waschen

-          Sie spricht ungern über die Zeit des Krieges

-          Sie hat bis heute kein gutes Verhältnis zu den Polen, die Ihr ihre Heimat nahmen.

-          In der Prignitz fühlt Sie sich wohl wobei Sie eine gewisse reservierte Haltung zu den Hiesigen beibehalten hat. Die meisten Familien ihrer Generation ist eine Mischung aus Urprignitzern und Flüchtlingen. Der etwas verschlossene Charakterzug vieler älterer Prignitzer beruhte in der wirren Geschichte der Nachkriegsjahre und der Enteignungsphase in der frühen Zeit der DDR. Aber auch die Wendezeit hat viele negative Spuren im Empfinden der Menschen hinterlassen. Die großen Betriebe wurden teilweise bösartig zerschlagen und bis heute ist kein wirklich neues wirtschaftliches Leben hier entstanden.

 

„Ich weiß noch wie in Wittenberge morgens die Arbeiter zu tausenden in die großen Fabriken zogen. Die Wende hat unser Land verbluten lassen. Wir sterben nur noch das war’s.“ Und die Politiker kümmern sich um nichts außer um sich selbst.“ Keiner hat eine Idee für unser Land. Sie sehen doch die toten EU geförderten Projekt.“ Nach den Baumassnahmen stehen Sie meist leer und keiner bewirtschaftet sie. Die Prignitz ist zu weit vom Schuss. Die werden uns noch alle zu Tode pflegen und dann war’s das. Dann sind auch noch die Arbeitsplätze weg. Und alles wird den Industrieagrarbetrieben überlassen.“

 

 

Für mich ist soweit alles in Ordnung ich werde versorgt und mein Brot liegt auf dem Tisch. Mehr ist es nicht. Sie sehen ja mein Dach ist kaputt dass wird wohl niemand mehr reparieren, früher half man sich noch gegenseitig. Heute ist jeder nur noch damit beschäftigt „sein“ Geld zusammen zu halten. Neid und Geiz gehören heute zu vielen Menschen die hier leben. Aber wir haben ja wirklich nichts mehr ausser Hartz IV und Sie als Pflegekraft. Ich bin froh das es meinen Kindern in Stuttgart gut geht, wobei Sie haben sich auch sehr verändert. Sie sind mit Ihrer Kariere beschäftigt. Dies ist auch eine gewisse kapitalistische Krankheit. Es ist egal ob man am Existenzminimum dahin vegetiert oder nur Kohle scheffeln will der Mensch zählt doch heute nicht mehr. Sehen Sie doch Sie betreuen mich und erzählen mir Geschichten. Dies nicht weil ich Ihnen als Mensch besonders wertvoll bin, sondern es ist Ihr bezahlter Job. Ich bin wirklich sehr froh dass Sie sich mit mir unterhalten es tut mir sehr gut, und es ist auch gut das es von der Krankenkasse bezahlt wird, aber wenn wir ehrlich sind ist es traurig, dass unsere Zivilisation es nicht geschafft hat den Familien in Ihrer Heimat ein gemeinschaftliches Leben zu ermöglichen. Das war in meiner Kindheit schöner wir lebten alle zusammmen auf einem Hof. Meine Eltern Grosseltern und Geschwister. Und auch die Zeit der DDR gab uns zwar keine Reichtümer aber wir waren zufrieden und konnten als Familie zusammenleben. Heute schaue ich allein aus dem Fenster und warte auf Sie jeden Donnerstag und freue mich wenn ich Ihnen einen Kaffe kochen darf“

Ich war 7 als der Russe kam

Meine Kindheit verbrachte ich in Westpreussen bei Danzig. Als der Krieg zuende ging war ich 7 Jahre alte. Wir lebten damals auf einem Gut. es war ein schönes Haus. Wir hatten ein Herrenzimmer das mit sehr schönen alten Möbeln ausgestatte war. Ich brauchte mir eigentlich um nichts Sorgen zu machen. Als Hitler damals "Heim ins Reich brüllte" zog einer meiner Onkel in die Prignitz. Meine Familie lebte friedlich auf dem Land. Der Krieg war weit weg. Auch mein Vater musste augrund des grossen Gutes nicht in den Krieg ziehen. Als dann dort die Front immer näher rückte konnten wir uns einfach nicht vorstellen, das jemals der Russe bei uns sein könnte. Eines Tages mitten im Winter war es dann doch soweit. Jemand kam auf den Hof gerannt und rief der Russe ist da und wir hörten die Bomben und Grananten. Schnell packten wir die Sachen und flüchteten zu einem Förster in den umliegenden Wäldern. Wir hatten nur zwei Stunden Zeit. Zunächst dachten wir es wäre einfach ein Vorpreschen des Russen der jedoch von unseren Soldaten wieder zurück gedränkt würde. Doch schon nach ein paar wenigen Tagen verriet man unser Versteck und wir wurden alle zu unserm Gut zurückgeführt. Mein Vater wurde von den Russen in abgeholt. Ich erinnere mich noch heute an das Bild wie er abgeführt wurde. So wie er von dem Hof ging. Es war das letzte Mal das ich Ihn sah ich weiss noch heute es war der siebte.

 

Meine Mutter und ich durften zunächst ins Herrenzimmer. Die meisten Möbell und Sachen waren schon längst geplündert worden. Man hatte uns bewusst zunächst hier recht vernünftig untergebracht. Die Polen dachten wir würden nun unter dem Fussboden liegende Schätze hervor holen, die wir aber eh nicht hatten. Nach ein zwei Tagen kamen wir dann in eines unserer Arbeiterhäuschen. Und gleichzeitig kamen immer mehr Flüchtlinge aus Ostpreussen auf unseren Hof. Wir wurden alle in dem kleinen Arbeiterhaus untergebracht. Und auch hier erinnere ich mich noch bis heute daran wie wir jeden Tag einmal einen Teller nur mit gekochten Steckrüben mit Wasser bekamen. Jeden Tag wurden Leichen aus dem Haus getragen und abtransportiert. Das ich das überlebt habe wundert mich noch heute.

 

Eines Tages durften wir gehen. Da unser Onkel hier in der Prignitz bei Baek auf einem Hof seit damals 39 lebte, gingen wir dort hin. Und dort traf ich meine gesamte Verwandschaft, denn alle hatten gewusst das er dort lebte. Und er war der Einzige der im Westen gelebt hatte.

 

Heute bin ich froh das aus meinen Kindern und Enkeln so tolle Menschen geworden sind. Ich bin auch froh meinen Mann hier getroffen und lieben gelernt habe. Die Prignitz ist heute meine Heimat. Ich bin nie wieder zurück gegangen. man hat mir aber erzählt das es das Gut nicht mehr gibt. Nur noch Ruinen.

 

Ich kam in die Prignitz als Flüchtling...

Die Rettung der Kirchenglocke von Kehrberg

Pfarrer August Mascher
Pfarrer August Mascher (1884-1968)

Wenn an Sonn- und Feiertagen die Kehrberger Kirchenglocke ertönt, dann gebührt einer Familie ein ganz besonderer Dank. Es ist die Familie Mascher, die sich 1940 dafür einsetzte, daß die Kehrberger Glocke nicht  Kriegszwecken zum Opfer fiel. Im Vorraum der Kirche befindet sich eine Dauerausstellung zu diesem Thema. Pfarrer August Eduard Mascher und seine Frau beugten sich nicht der Anordnung zur Generalerfassung der Kirchenglocken. Daraufhin erschien die Gestapo im Pfarrhaus und nahmen den Pfarrer mit. Das große Verdienst Martha Maschers war es dann, daß sie sich im Juni 1940 mit einem Schreiben an das katholische Dompfarramt in Erfurt wandte und ihrem Brief das Pergament mit der abgepausten Glockeninschrift beifügte. Das Antwortschreiben aus Erfurt löste im Pfarrhaus Freude aus. Der damalige Probst teilte mit, er werde gegenüber den zuständigen Behörden bestätigen, daß die Kirchenglocke von Kehrberg auf Grund ihrer Inschrift in germanischer Runenschrift einen außerordentlichen hohen Altertumswert besitzt. Damit hatte Pfarrer August Mascher einen Trumpf in der Hand und die Gestapo mußte ihn wieder auf freien Fuß setzen, sie wurde in die Kategorie D eingestuft und damit zur ;besonderen Verfügung; zurückgestellt. Die Runenzeichen der Kehrberger Glocke sind von der gleichen Art wie die der berühmten "Gloriosa" im Erfurter Dom. Somit ist es möglich, daß derselbe Glockengießer, nämlich Gerhard de Wou aus Kempen, der im Jahre 1497 auf dem Erfurter Domberg den Guß der größten freischwingenden Glocke vollendete, beim Umherziehen durch die Lande  womöglich auch vor der Kirche in Kehrberg sein Feuerlager aufgeschlagen hat, um hier eine " kleine Schwester" der einzigartigen "Gloriosa" wie im Erfurter Dom zu formen. Den Mut den die ganze Familie Mascher in ihrer eigenen Bedrohung erbrachte, gebührt noch heute ein ganz besonderer Dank. Mit der Glockenchronik wollen wir diesen tapferen Einsatz nicht in Vergessenheit geraten lassen. www.kirche-kehrberg.de

Bildergebnis für logo bundes ernährungsministeriumTobias Schweitzer, Ihre Antwort findet Beachtung!

Unsere Empfehlungen.  (ausfühliche Veranstaltungsauflistung im  Kulturkalender Parchim-Prignitz)

 Deutschlandradio Kultur wird über Nachbarschaftsaktivitäten des Vereins Neues Landleben e.V. im Ruhner Land ausführlich berichten.  Danke Deutschlandradio

Kultur !!! im Namen der Bürger, die sich engagiert als optimisti-

sche Gemeinschaft in der Region formieren, um gesellschaftliches Miteinander basisdemokratisch zu leben.

 

Wie in der Prignitz ja fast immer üblich, ignoriert „unser“ Regionales Radio die Innovations-

bewegung der Prignitz auch weiterhin. (siehe Artikel).

 

Schade, dabei würden die Neuen Wege so viele Menschen interessieren und Hoffnung für die Zukunft wecken. Sendet ruhig weiter Karel Gott und Helene Fischer, als ob der Osten nicht mehr zu bieten hätte. Statt über AFD Zuwächse zu berichten, solltet Ihr den Menschen der Region die Chance geben, über ihre bunten neuen Landideen im Radio zu berichten.

 

Kurznews

Tourismusverband Prignitz und Verein Neues Landleben plant informelles Treffen um Innovationen zu besprechen.

Neue Arbeitsplätze

Job sharing Land

Im Ruhner Land entwickeln sich neue Arbeitsplätze durch neue Job Sharingmodelle

empfehlenswert

Kultur/ Veranstaltungsorte

 

Elbelandpartie

Alle Kulturakteure der Prignitz

http://2016.elbelandpartie.de/

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Berge

Dorf- und Kulturverein

"Leben in Berge e.V."

Telefon (038785) 60266

 

Boberow

Moorscheuene

www.moorscheune.de/

 

Mankmus

http://www.alteschule-mankmuss.de/

Schloss Grube

http://www.schloss-grube.de/6/

Schloss Wolfshagen

http://www.schlossmuseum-wolfshagen.com/

 

Tangendorf

Kulturhof Pusteblume

https://veranstaltungenvomlebenshofpusteblume.wordpress.com/

Regionale Bioprodukte

 

regionale Produkte

http://www.kramerundkutscher.de/

Bienen/ Honig

http://www.bienenlandprojekt.de/

Geflügel

http://prignitzerlandhof.jimdo.com/

Biorind

http://www.gut-drefahl.de/bio-rinder/

Kräuter

www.prignitzer-kraeuterhof.de/

 

nachhaltiger Landschaftsbau

Peter Gruhn Pampin

Marco Wolschendorf 015115223426

 

"Menschlichkeit" als Kapital der ärmsten Region Deutschlands wird zum Wiederbeleber.

Märkte werden wieder organisiert

 

 

LIEBE... zählt

 

Wir trauen, wir kochen, wir backen Kuchen, wir kümmern uns um die Alten, wir geben Häftlingen ne Chance....  wir bauen als Landfrauen, als Bürger des Ruhner Landes etwas auf, was es nicht gibt: Freundschaft,. Fairness, seriöse Löhne...

 

Leben

und

leben lassen

 

Geben und Nehmen haben wieder ihr Zimmer.

 

Ich glaube an Gott, Ich glaube an Wunder und ihr seht, es geschieht.

 

Ihr werdet berühmt für eure Ideen. Der Norddeutsche Jakobsweg durchs Ruhner Land wird entstehen.

Im Untergang der Neuanfang. Es trägt uns die Vision, dass es hier im Nichts 'ne Heimat der Freiheit für uns alle gibt.

 

 

empfehlenswert Kulturkalender

www.parchim-prignitz-kulturkalender.de

Landhaus Bresch bei Facebook
Landhaus Bresch bei Facebook

Der alte Herr versprach sich, anstelle von" freier Presse" sagte er aus Versehen "Breite Fresse."

 

MUT

BÜRGER

statt

WUT

BÜRGER

 

RADIO RUHNER LAND

geplant

 

Will ja derzeit wieder kein Radio über unsere neuen Ideen berichten dann gründen wir doch ein Eigenes wie diese Zeitung unsere ist